Bad Pyrmont ist eine tolle Stadt

…die noch einiges Verbesserungspotential bietet, aber auch viele Dinge vorweisen kann, auf die man vor Ort zu Recht stolz sein kann. Um diese positiven Gedanken zu unserer Stadt, die mich letztendlich zu meinem ehrenamtlichen Engagement motiviert haben, zu verstärken, werde ich in der Serie „Made in Bad Pyrmont“ in loser Folge u.a. Menschen, Orte, Einrichtungen sowie Angebote und Produkte vorstellen, die aus Bad Pyrmont kommen, hier liegen oder in sonstiger enger Beziehung stehen und die zur Einzigartigkeit unserer schönen Stadt beitragen.

Lucie Flebbe

Winteranfang! Was gibt es zu dieser Jahreszeit Schöneres, als es sich mit einem Buch auf dem Sofa gemütlich zu machen?! Die spannenden Geschichten hierzu könnten aus Bad Pyrmont stammen.Hier wohnt die 1977 in Hameln geborene Lucie Flebbe, eine erfolgreiche Krimi-Autorin, gemeinsam mit ihrem Mann und 5 Kindern, über die ich gerne in meiner Rubrik „Made in Bad Pyrmont“ schreiben möchte.

Lucie Flebbe

Schon in ihrer Jugend schieb Lucie Ringe (dies ist ihr Mädchenname) gerne Geschichten. Bereits im Alter von 14 Jahren verfasste sie ihren ersten belletristischen Text, der aber erst Jahre später (1998) noch unter dem Namen Lucie Ringe, veröffentlicht wurde: „Red Light – Die Geschichte eines Rennpferdes“ erschien in dem spanischen Verlag Alhulia.
Ihren erster Kriminalroman „Der 13. Brief“, der unter dem Namen Lucie Klassen erschien, veröffentlichte 2008 der Dortmunder Krimi-Verlag GRAFIT . Die Geschichte erzählt von Lila Ziegler, ein junges Mädchen, das gegen den Wunsch Ihrer Eltern in Bielefeld zu studieren, in Bochum untertaucht und hier den Detektiv Ben Danner kennenlernt. Um ihm bei seinen Ermittlungen im Selbstmordfall einer 16-jährigen zu helfen, kehrt Lila auf die Schulbank zurück…. Das Buch erhielt eine wahnsinnige Resonanz, so dass es 2009 in der Kategorie „Krimidebüt“ mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet wurde.

Kurz nach der Veröffentlichung heiratete die Autorin zum zweiten Mal und trägt seitdem den Familienname Flebbe.
Im November 2008 nahm die Autorin am National-Novel-Writing-Month teil. Die Teilnehmer beginnen am 1. November mit dem Schreiben. Ziel hierbei ist es, bis Mitternacht am 30. November einen 175 Seiten (50.000 Worte) langen Roman zu schreiben. Was für ein Marathon :-)
Ihr zweiter Roman „Hämatom“ erschien 2010, gefolgt von „Fliege machen“ (beide Verlag GRAFIT), der 2011 in die Buchhandlungen kam und im Mai 2011 auch als Hörbuch erschien. Neben den Romanen schrieb Sie auch verschiedene Kurzkrimis und wurde mit „Weg zur Hölle“ für den Friedrich-Glauser-Preis 2012 nominiert. Außerdem verfasste Sie 2011 und 2012 Beiträge zu den Anthologien „He shot me down“, „Leichenblass am Niederrhein“, „Tausend Berge, Tausend Abgründe“ und „Kalendarium des Todes“.

Anfang 2012 führten die „DASA Arbeitswelt Ausstellung“ in Dortmund und “PRAXIS DEUTSCH – Zeitschrift für den Deutschunterricht”  im Zusammenhang mit der Sonderausstellung „Mord im Museum“ einen Schreibwettbewerb  für Jugendliche durch. Die Aufgabe der Teilnehmer des Wettbewerbs war es, einen Textanfang der Krimi-Autorin zu einer spannenden und unterhaltsamen Geschichte zu vervollständigen.
Im September diesen Jahres hat die junge Autorin ihr neuestes Werk „77 Tage“ vorgestellt. Es geht um die Häufung mysteriöser Todesfälle in einem Pflegeheim, der Lila Ziegler und ihr Partner Ben Danner nachgehen.

Wie ihr seht: Spannende Geschichten kommen nicht nur aus Hollywood!
Ich gratuliere Lucie Flebbe zu ihrem Erfolg und freue mich schon auf weitere spannende Fälle mit Lila Ziegler.

Quellen:

  • Lucie Flebbes offizielle Homepage www.lucieflebbe.de,
  • Grafit-Verlag,
  • Hammet Krimibuchhandlung,

Der Palmengarten

Bevor der Palmengarten im Pyrmonter Kurpark in seiner heutigen Form entstand, wurde dieser Bereich 1903 als Französische Anlage gestaltet.
Von 1907-1909 wurde dort dann vom Fürstlich Waldeckischen Hofgartendirektor Werner Dirks ein Palmengarten erschaffen; ein damals ungewöhnliches Einzelwerk, das bis heute im weitesten Umkreis seines Gleichen sucht.

Die Hecke, die den Bereich der Französischen Anlage abschloss, wurde versetzt, so dass sich die Fläche fast verdoppelte. 1911 wurden dann 4 Springbrunnen errichtet, die von einem quadratischen Becken umgeben waren. Ein fünfter wurde in der Verlobungslaube gebaut, die aber 1935/36 abgerissen werden musste, weil das Holz morsch geworden war. Die Säulen der Laube sind heute noch immer zu erkennen.

Der Palmengarten Bad Pyrmont
Die ersten 12 Palmen wurden 1913 aufgestellt. Es waren selbstgezogene und sehr begehrte Dattelpalmen vom  in Heidelberg geborenen Ludwig Winter, der die Zucht dieser Palmen in Bordighera (Italien) anregte. Aus der Schlossgärtnerei Arolsen und den fürstlichen Anlagen von Schloss Schaumburg kamen weitere Palmen hinzu. Auch Großgrundbesitzer Waldemar v. Böttinger in Arensdorf/Neumark verschenke seine Palmen, die für die dortigen Gewächshäuser zu groß geworden waren. Heute werden allein mehr als 300 Großpalmen jedes Frühjahr aufgestellt. Schon damals war es nicht der Gedanke von Dirks, die Palmen unter eine Glaskuppel oder ähnliches zu stellen, er wollte das südländische Flair voll ausschöpfen.

Der Palmengarten

Heute kann man unter anderem die Kanarische Dattelpalme, die Hanfpalme, die Zwergpalme und den Keulenbaum bestaunen. Die älteste Palme wird auf das Jahr 1581 datiert und ist somit mehr als 430 Jahre alt.
Zusammen mit den weißen Kiesflächen, den subtropischen Pflanzen und den prachtvoll blühenden Rabatten hat die Anlage bis heute dieses reizvolles Flair behalten. Gerade Linien, exakt geschnittene Hecken, akkurat angelegte Beete und Rechtecke mit verspielt gestalteten Mittelpunkten spiegeln noch immer eine Referenz an den Barock.
Neben den vielen verschiedenen Palmenarten beherbergt der 17H große Kurpark 400 weitere subtropische Gewächse und ist damit die größte und artenreichste Palmenfreianlage Deutschlands, die zum einen als Ruhezone und Naturerlebnis dient, aber auch als Bühne für Open Air Veranstaltungen.

Quelle:
Botanischer Führer Staatsbad Bad Pyrmont,
staatsbad-pyrmont.de,
quermania.de,
stadt-badpyrmont.de
„Ein heiterer Platz der Freunde“ von Joachim Garfs

 

Produkte: Deutschland-Vertrieb von Old Spice

Nach dem Motto „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nahe?“ beginne ich ganz unbescheiden mit dem DMV Diedrichs Markenvertrieb bzw. mit der von uns in Deutschland exklusiv vertriebenen Marke „Old Spice“. Natürlich weiß jeder, dass die Produkte an sich nicht in Bad Pyrmont hergestellt werden. Was für den Erfolg einer Konsumgütermarke aber ebenso entscheidend ist, wie die qualitativ hochwertige Produktion, ist die innovative Markenführung – und diese erfolgt bei Old Spice aus Bad Pyrmont heraus.

Old Spice erinnert mich an meinen Großvater“. Das ist die typische Antwort, wenn man nach Assoziationen zu der Marke fragt, die in Deutschland durch das markant riechende After Shave bekannt geworden ist. Ein Blick über den großen Teich zeigt jedoch, dass Old Spice in den USA eine junge, gefragte Marke ist und als Marktführer im Bereich Männerpflege für 400 Millionen Dollar Umsatz pro Jahr sorgt. Groß geworden ist die Marke dort vor allem durch die sehr erfolgreiche Social Media Kampagne, bei der das Image der Marke mithilfe von Facebook, Twitter und Youtube wieder an Fahrt gewonnen hat. Kern der Kampagne sind dabei stets die humorvoll übertriebenen Spots mit einer Kernfigur, die sich selbst nicht zu ernst nimmt.

Nachdem der neue Ansatz für Old Spice in den USA bereits erfolgreich umgesetzt wurde, stehen nun auch große Veränderungen zur Markenverjüngung in Europa an. So laufen in England bereits seit letztem Jahr sehr erfolgreiche TV-Spots, die das neue Image transportieren.

Hergestellt wird die Marke von Procter & Gamble, dem größten Werbetreibenden der Welt, zu dem auch Marken wie Ariel, Gillette oder Pampers gehören. Im Juli 2011 haben wir als DMV den Deutschland-Vertrieb von Old Spice übernommen und arbeiten seitdem kräftig daran, die neuen, jüngeren Düfte der Marke in den Handel zu bringen. Um den neuen Spirit nun auch nach Deutschland zu holen, hat unsere Marketingabteilung in den letzten Monaten zusammen mit Procter & Gamble und den Werbeagenturen eine Online-Kampagne entwickelt, welche Ende Mai nun endlich gestartet ist.

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Im Mittelpunkt steht dabei die neuen Duftserie „Champion“, welche vor allem während der olympischen Spiele im Juli/August besonders wichtig ist, da Procter & Gamble einer der Hauptsponsoren in London ist. Der nachfolgende Spot ist nun ab sofort auf vielen Webseiten zu finden, auf denen vor allem die neue und jüngere männliche Zielgruppe zu finden ist.

Da dies erst der Startschuss der Kampagne ist, werdet Ihr auch in Zukunft noch viel von der Marke hören!

 

Die Hauptallee in Bad Pyrmont

Der prägende Ort in Bad Pyrmont, der das Besondere unserer Stadt ausmacht, ist die Hauptallee in Verbindung mit dem Brunnenplatz. Wenn hier bei schönem Wetter im Sommer auch die Palmen stehen, hat man oft das Gefühl, im Süden zu sein. Als Einheimischer muss man sich immer mal wieder die Zeit nehmen, stehen zu bleiben, ordentlich durchzuatmen und sich die Schönheit bewusst zu machen.

Enorm ist auch die historische Bedeutung dieses Ortes. Bereits in den ersten Jahrhunderten nach Christus waren die Quellen auf dem Brunnenplatz bekannt und wurden als Quellheiligtümer verehrt. Dies belegt der „Pyrmonter Brunnenfund“ aus dem Jahre 1863, der aus germanischen und römischen Opfergaben bestand.


Quelle: „Ein heiterer Platz der Freude“ von Joachim Grafs

Die heilende Wirkung des Wassers der Pyrmonter Quellen führte im Jahre 1556 zum sogenannten „Wundergeläuf“, als mehr als 10.000 Menschen ins Pyrmonter Tal kamen, um an den Quellen am heutigen Brunnenplatz, der damals noch eine morastige Wiese war, Heilung zu finden.

Da es damals die Ortschaft Pyrmont noch nicht gab, wohnten die meisten Gäste im nächstgelegenen Dorf Oesdorf sowie im etwas weiter entfernten Holzhausen und der einzigen Stadt im Talkessel, Lügde.

Der Aufstieg Pyrmonts zum Kurort begann nach dem Übergang der Grafschaft an die Grafen von Waldeck im Jahre 1625. Graf Georg Friedrich von Waldeck, der als Feldherr und Diplomat historische Bedeutung erlangte, gilt als der „Vater“ der Pyrmonter Kuranlagen.

Da immer mehr Mitglieder des Hochadels das Pyrmonter Tal für jährliche Kuraufenthalte aufsuchten, ließ dieser visionäre Mensch im Jahre 1667 ein Brunnenhaus über der Hauptquelle, dem Hylligen Born, bauen sowie die heutige Brunnenstraße zwischen Brunnenhaus und dem Dörfchen Oesdorf anlegen. An dieser Straße wurden Häuser zum Zweck der Beherbung der Kurgäste errichtet.


Quelle: „Ein heiterer Platz der Freude“ von Joachim Grafs

Schließlich ließ er die in südlicher Richtung hangabwärts verlaufende Hauptallee anlegen. Erste Versuche von Gärtnern der Residenz Arolsen mit Eichen im Jahre 1667 verliefen aufgrund geologischer Besonderheiten des Pyrmonter Tals allerdings erfolglos. Erst 1670 gelang es dem Münchener Gärtner Caspar Burckhardt für diese Gegebenheiten geeignetere Linden, anzupflanzen.

Das wirklich besondere dieser Allee war vor allem, dass sie nicht, wie im Barock üblich, auf ein Schloss oder ein sonstiges prägendes Gebäude hinführt und somit die Aufmerksamkeit auf ein solches Gebäude lenkt. Vielmehr ist ihre ursprüngliche Betsimmung therapeutischer Natur: man trank im Rahmen der Trinkkuren das Pyrmonter Wasser am frühen Morgen in kleinen Schlückchen und bei körperlicher Bewegung, dem Spaziergang. Die ursprüngliche Bezeichnung der Allee als „Der Spatziergang“, die man in der Legende eines Kupferstiches aus dem Jahre 1687 findet, belegt dies.

Somit kann eindeutig gesagt werden, dass die Hauptallee für Kurgäste bestimmt war und die erste Kurparkanlage der Welt darstellt!

Mit der Anlage von Brunnenplatz, Brunnenstraße und vor allem Hauptallee wurde der Grundstein für den weiteren Aufstieg Pyrmonts zum „Fürstenbad“ gelegt, der im Jahre 1681 mit dem sogenannten „Pyrmonter Fürstensommer“ einen Höhepunkt erreicht. Diese glanzvolle Epoche dauerte bis ins 19. Jahrhundert und stellt immer noch die Basis der großen Bedeutung Bad Pyrmonts als Kurort dar.

Die o.g. Inhalte beruhen in Gänze auf dem Buch „Ein heiterer Platz der Freude“ von Joachim Garfs, erschienen 1991 bei topp+möller, druck+verlag, Detmold

Königin Emma

Eine historisch sehr bedeutende und mit Bad Pyrmont eng verbundene Person ist Adelheid Emma Wilhelmina Theresia Prinzessin zu Waldeck und Pyrmont.

Sie wurde am 02.08.1958 im Residenzschloss von Arolsen, der damaligen Hauptstadt des Fürstentums Waldeck und Pyrmont geboren. Nicht zu verwechseln mit Ihrer Großmutter, Emma von Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym (* 20. Mai 1802 in Schaumburg; † 1. August 1858 in Pyrmont), eine Prinzessin von Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym und von 1845 bis 1852 Regentin des Fürstentums Waldeck und Pyrmont.
Emma war die Tochter des Fürsten Georg Viktor zu Waldeck und Pyrmont und seiner ersten Frau, Prinzessin Helene von Nassau. Ihr Bruder, Friedrich , war der letzte regierende Fürst von Waldeck und Pyrmont. Ihre Schwester, Helena Frederica , wurde die Frau von Prinz Leopold, Herzog von Albany , einem Sohn von Königin Victoria († 22. Jan. 1901) und Prinz Albert († 14. Dez 1861)

1878 lernte Emma in Pyrmont Wilhelm III, König der Niederlande kennen, der auf Brautschau in Pyrmont war. Pyrmont war die Sommerresidenz der Fürsten zu Waldeck und Pyrmont. Nachdem Ihre beiden Schwestern abgelehnt hatten, habe Sie am Fenster gestanden und gesagt: „Man kann den armen Mann doch nicht so allein nach Hause gehen lassen“. So verlobte Sie sich am 29.09.1878 und wurde am 7. Januar 1879 in Arolsen als Zwanzigjährige die zweite Frau des 41 Jahre älteren Wilhelm III., König der Niederlande. Aus dieser Ehe wurde am 31. August 1880 die gemeinsame Tochter Wilhelmina Helena Pauline Maria geboren. Nach Wilhelms Tod im November 1890 übernahm Emma die Regentschaft für ihre Tochter Wilhelmina, bis diese 1898 achtzehn Jahre alt geworden war und verfassungsmäßig selbst den Thron besteigen konnte. Emma begründete somit die bis heute eingehaltene weibliche Thronfolge im Hause Oranien, für die seinerzeit eigens die Niederländische Verfassung geändert werden musste, Seit 1898 wurde Emma „Königin Mutter“ genannt und trug wesentlich zur Stärkung der konstitutionellen Monarchie bei. Emma starb am 20.03.1934 in Den Haag. Wilhelmina war von 1890 bis 1948 regierende Königin des Königreichs der Niederlande. Sie regierte fast 58 Jahre, länger als jede andere niederländische Monarchen. 1948 bekam Sie dann eine Tochter, Juliana, Königin der Niederlande von 1948-1980, Mutter der seit 30. April 1980 regierenden Königin Beatrix der Niederlande.
Somit ist Emma also ist die Urgroßmutter von Beatrix.
Aus Anlass des 150. Geburtstages der Königin Emma 2008 wurde im Mai 2008 im Pyrmonter Museum die Sonderausstellung „Ein König hält Brautschau“ eröffnet
Des Weiteren wurde im März 2008 in Bad Pyrmont die Platzbezeichnung „Königin-Emma-Platz“ für das an die östliche Schlossgracht grenzende Areal per Ratsbeschluss beantragt.

Quelle:
www.Wikipedia.de
www.cdu-badpyrmont.de

Die Dunsthöhle

Ein ganz besonderer und prägender Ort in unserer schönen Stadt, der keinesfalls in meiner Serie „Made in Bad Pyrmont“ fehlen darf, ist die Dunsthöhle.

Dunsthöhle Eingang

Quelle: www.badpyrmont.de

Diese ist, seit die Hundsgrotte bei Neapel nicht mehr existiert, die einzige Höhle ihrer Art in Europa. Sie liegt auf dem Gelände eines ehemaligen Steinbruches, in dem seinerzeit Buntsandstein gebrochen wurde. Haben die Arbeiter zu tief gebohrt, bemerkten sie einen „Dunst“ von dem sie ohnmächtig wurden. Gebildet wurde das Erhebungstal entweder aufgrund eines Erdbebens oder eines vulkanischen Ausbruchs, bei dem die vulkanischen Massen nicht bis an die Oberfläche gedrungen sind. Bei diesem Ereignis wurde der Buntsandstein gehoben. Die in der natürlichen Schichtenfolge überlagernden Keuper- und Muschelkalkschichten wurden nach außen gedrängt. Für ein vulkanisches Ereignis spricht die Tatsache, dass alle am Rand des Kessels befindlichen Sand- und Kalksteinschichten auf dem Kopf stehen. Diese umgekehrte Schichtung spricht dafür, dass der Boden des Tales blasenförmig angehoben wurde. Nachdem die Gesteinsblase geplatzt ist, blieben die Ränder kraterförmig liegen. Mitten im Kessel befindet sich der Kanal, von dem aus die Explosion vonstattenging.

1712 entdecke der Pyrmonter Brunnenarzt Dr. Johann Phillip Seip, dass es sich bei dem austretenden „Dunst“ um Schwefeldunst handelt (Kohlendioxid war damals noch nicht bekannt). Das Gas tritt trocken aus (Mofette genannt) und dringt durch die Risse und Gesteinsklüfte der Quellplatten. 1720 ließ Seip dort für Kurgäste ein „Trockenes Schweißbad“ einrichten und in die Bruchsteinwand eine heute noch vorhandene Steintafel einbauen mit der Inschrift: „Machst Du Italien mit Raritäten groß, sieh hier, die Schwefelgrub dampft auch aus Pyrmonts Schoß“. Hiermit spielte Seip auf die Grotta del Cane bzw. die Hundsgrotte bei Neapel an.

Die Leute berichteten nach den „Schweißbädern“ von „ guter Besserung und Hilfe gegen Geschwulst der Füße, Gichtschmerzen, Steifigkeit der Glieder“ und Linderung anderer Leiden.

Quelle: www.dr-hartmut-rau.de

Das Gas 1,5x schwerer als Luft, bleibt daher in der Grube liegen und reagiert hauptsächlich auf Temperatur und Luftdruck. Eigentlich ist das Gas im Sommer immer kälter als die Luft, nämlich z.B. bei 31°C Lufttemperatur nur 16°C, und im Winter, bei -1,2°C Lufttemperatur mit 2,1°C immer wärmer als die Luft. Trotzdem bekommt man auch im Sommer im CO² ein Wärmegefühl, welches auf die durchblutungsfördernde Wirkung des CO² Gases zurückzuführen ist.

Die ersten Messungen hat der Pyrmonter Brunnenarzt Dr. Heinrich Matthias Marcard (1747-1817) durchgeführt. Er beschrieb: „Wenn man eine Weile mit den unteren Teilen des Körpers in diesem Dunste ist, ohne dass man darin atmet, so spürt man eine Wärme an den unteren Gliedmaßen, die vorzüglich mit einem Reiz auf die Geburtsteile wirken, und er von den Weibern am meisten empfunden wird, weil die Art ihrer Kleidung dem Dunst freies Spiel lässt. Wenn man aber an anderen Orten aus diesem Gefühl von Wärme geschlossen hat, dass ein solcher Dunst wirklich warm sei, so hat man sich übereilt, und, indem man seiner Sache glaubte gewiss zu sein, am Thermometer gesehen, was man nicht konnte gesehen haben.“

Auch Johann Wolfgang von Goethe war bei seinem Kuraufenthalt im Jahre 1801 von der Dunsthöhle sehr beeindruckt. Goethe füllte das CO2 in Pyrmonter Flaschen ab und nahm diese mit nach Weimar. Dort führte er der Gesellschaft Experimente mit einem brennenden Wachsstock vor, den er in ein mit dem Gas befülltes Glas hielt, wo das Feuer erlosch und sich plötzlich wieder entzündete, wenn man den Wachsstock aus dem Glas nahm.

Ein weiteres Experiment war das Verteilen von Seifenblasen über der CO² Dunstglocke. Da die Luft in den Seifenblasen leichter ist als das CO², sinken die Seifenblasen nicht zu Boden. Dadurch markieren sie die Höhe der Kohlendioxidschicht.

Quelle: www.badpyrmont.de

Im Jahr 1810 wurde die Dunsthöhle noch einmal umgebaut und erhielt ihre endgültige Form

Als das CO2-Quellgas-Badehaus, das heutige „Parkpalais“ am Hyligen Born gebaut wurde, nahm das Staatsbad Pyrmont 1950 diese Therapie wieder auf und bietet die CO2 Quellgastherapie für folgende Indikationen an: Störungen der peripheren Durchblutung, Hypertonie und Coronarinsuffizienz, allergische Erkrankungen (Asthma, Ekzem); schlecht heilende Wunden.

Das Gebäude über der Dunsthöhle und das Wärterhaus sind im Jahre 2000 erneuert und die Parkanlage neu gestaltet worden, um das Naturphänomen als Teil des „Wasserlaufs“ im Rahmen des EXPO-Projekts „Aqua Bad Pyrmont“ zu präsentieren

Quelle:

· Staatsbad.de

· Badpyrmont.de

· Wikipedia.de

· Zeitungsartikel zur Dunsthöhle aus der Bad Pyrmonter Tageszeitung