…dann Hamburg: „Zeit Wirtschaftsforum“ im Michel

Am Donnerstag ging es direkt von der Ceuta Konferenz in Istanbul nach Hamburg, wo am Freitag das Wirtschaftsforum der Zeitung „Die Zeit“ stattfand. Auch wenn es nicht immer klappt, versuche ich schon, jedes Jahr bei dieser fantastisch besetzten Veranstaltung in der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis „Michel“ dabei zu sein.

Zeit Wirtschaftsforum

So hatte ich das große Glück, Helmut Schmidt im Jahr 2012 dort live zu erleben. Ein beeindruckendes Ereignis!

In diesem Jahr gab es zunächst höchstspannende Einblicke von Deutsche Bank Co-Chef Jürgen Fitschen sowie einen sowohl amüsanten, als auch sehr informativen Vortrag von Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der sich selbstverständlich sehr intensiv mit den Herausforderungen der Flüchtlingspolitik beschäftigte. Es folgte ein „one-on-one“, also ein Liveinterview mit der Fraktionsvorsitzenden der Linken Sahra Wagenknecht, das ich höchst aufschlussreich fand – auch wenn ich inhaltlich diametral von ihr entfernt bin, muss ich schon zugeben, dass Sahra Wagenknecht eine beeindruckende Persönlichkeit ist.

frank-walter-steinmeier-beim-zeit-wirtschaftsforum-wir-brauchen-in-der-fluechtlingskrise-mehr-europa

Quelle: „obs/DIE ZEIT/Phil Dera“

Zwei Diskussionrunden und ein Vortrag von Unternehmer Bobby Dekeyser rundeten das tolle Programm ab. Der ursprünglich angekündigte Ex-VW-Chef Martin Winterkorn war verständlicher- wie auch bedauerlicherweise nicht anwesend; seine Erklärungen zu den Entwicklungen bei VW wären sicher sehr spannend gewesen…

Die Ausstrahlung solch beindruckender Menschen, und das so geballt und in einem relativ kleinen Kreis, wirkt unglaublich inspirierend. Nur ansatzweise alle Denkanstöße in einem Blogbeitrag widergeben zu wollen, würde den Rahmen sprengen.

Zwei Aussagen haben mich jedoch einerseits sehr zum Schmunzeln, andererseits zum Nachdenken gebracht. So sprach Ex-Fußballprofi und Selfmade-Unternehmer Bobby Dekayser davon, dass sein Businessplan von Anfang an und bis heute lautet „mit netten Leuten schöne Sachen zu machen“ – so sieht intuitiv erfolgreiche Führung und tiefste innere Motivation aus. Schön war auch die Aussage von Ifo-Chef Hans-Werner Sinn, der sagte, Politiker würden ökonomische Zusammenhänge nicht voll erfassen und Ökonomen Entscheidungsparameter der Politik, bspw. Wahlen gewinnen zu wollen, nicht mit einbeziehen – so sind Irritationen unvermeidlich….;)