Mittel- bis langfristige Perspektive zählt

Nach meinem Austritt aus der CDU-Fraktion stellte sich für mich die Frage, wie ich mich mittel- und langfristig politisch aufstelle. Aus der Kommunalpolitik auszusteigen war für mich keine ernsthafte Alternative, obwohl ich immer wieder gefragt werde, warum ich mir das alles noch antue.

Gerade die Ereignisse der letzten Monate und die Reaktionen, die auf meine Vorschläge und Fragen folgten, haben mir jedoch bestätigt, dass die Verhältnisse in der Bad Pyrmonter Lokalpolitik noch kritikwürdiger sind, als ich es mir vor 4 Jahren bei meiner ersten Kandidatur vorgestellt hatte.

Weil es mir darum ging, durch mein Engagement auch einmal andere Sichtweisen einzubringen, werde ich jetzt nicht vor denjenigen kapitulieren, die Veränderungen fürchten. Veränderungen werden unumgänglich sein und wenn man sich früh genug darüber Gedanken macht und entsprechend plant, kann man diese als Stadt sehr vorteilhaft gestalten.

Rat Bad Pyrmont

Meine Entscheidung, für die letzten 12 Monate dieser Ratsperiode keine Zusammenarbeit mit einer der anderen Fraktionen einzugehen, hat mehrere Gründe. Hier ist unter anderem der Aspekt der Verlässlichkeit zu sehen, mit dem ich es schwer verbinden kann, in einer Fraktion in eine Ratsperiode zu starten und diese mit einer anderen zu beenden.

Vor allem geht es mir jedoch um die mittel- bis langfristige Perspektive. Schon nach meiner Vertrauensfrage in der Fraktion im Januar und meinem anschließenden Rücktritt habe ich sehr viele positive Rückmeldungen von Menschen bekommen, die meine Denkansätze und die Fragen, die ich gestellt habe, richtig finden.

Für diesen Teil der Bad Pyrmonter Bürger möchte ich auch gerne in Zukunft das „politische Angebot“ abbilden: Fernab der „Besitzstandswahrer“ der Bad Pyrmonter CDU-Fraktion sowie der SPD-Fraktion, die hier in Bad Pyrmont als „verlängerte Werkbank“ der Landes-SPD fungiert und, wie das Beispiel der Schulträgerschaft zeigt, nicht Bad Pyrmonter Interessen in den Mittelpunkt ihres Handelns stellt.

Diesen Bereich des politischen Spektrums möchte ich gerne unabhängig bestehender politischer Gruppierungen darstellen. Dies werde ich bei der Kommunalwahl 2016 entweder als Einzelkandidat tun oder, wenn sich der eine oder andere motiviert fühlt, diesen Weg mitzugehen, gerne auch auf einer neuen Liste.